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Kirche in der Welt
Scholastika – die Heilige des Monats

Über die Regeln hinaus

Über die Regeln hinaus
Andrea Mantegna; die hl. Scholastika, 1453/1454, Pinacoteca di Brera, Mailand
Von Elisa Zamboni

An der Schwelle zum 6. Jahrhundert wird eine Frau von einem Papst, Gregor dem Großen, durch eine Definition gewürdigt, die ihr ganzes Leben zusammenfasst: »Sie vermochte mehr, weil sie am meisten liebte« (»Illa plus potuit, quae amplius amavit«, Dialogi II, xxxiii, 5). Ein Leben, das in zwei Kapiteln des dem heiligen Benedikt gewidmeten zweiten Buches der Dialoge Gregors des Großen höchst intensiv zusammengefasst wurde.

In diesen Kapiteln – etwas vom Schönsten, das Gregor je geschrieben hat – wird die letzte Begegnung zwischen Scholastika und ihrem Bruder beschrieben. Scholastika, die um das Jahr 480 geboren wurde und als die Schwester des großen Vaters des abendländischen Mönchstums bekannt ist, taucht so auf den Seiten eines Buches auf, das den viri Dei, den »Gottesmännern«, gewidmet ist, deren Leben als Exempel geschildert sind, das von allen Christen nachgeahmt werden soll. Die Erzählung ist darauf angelegt, Gedanken verständlich zu vermitteln, die sonst dem einfachen und des Lesens und Schreibens unkundigen Volk unzugänglich geblieben wären. Es handelt sich dabei um Aufforderungen, die Vorbilder der Heiligkeit zur Nachahmung vorstellen, ohne dabei auf historische Fakten zu achten. Die einzige Quelle, die wir zu Scholastika haben, lässt also viele Fragen offen, auch deshalb, weil Gregor nur in Zusammenhang mit Benedikt über sie spricht. Und es ist gerade diese Geschwisterbeziehung, die Scholastika für die Anfangszeit des abendländischen Mönchstums zu einem weiblichen Bezugspunkt macht.

Eine Nacht mit Gesprächen

Einmal pro Jahr treffen sich Bruder und Schwester an einem Ort in der Nähe von Benedikts Kloster. Nach einem Tag, der mit Gotteslob und frommen Gesprächen zugebracht worden war, verleiht Scholastika dem Wunsch Ausdruck, dieses Gespräch die ganze Nacht durch fortzusetzen. Seine Weigerung erfolgt unverzüglich, der Regel gemäß, die es nicht gestattet, die Nacht außerhalb der Klostermauern zu verbringen. Als sie Benedikts Worte hört, fängt Scholastika an zu beten, bis ihr die Tränen kommen, und als Antwort wird ihr gewährt, dass ein heftiges Gewitter losbricht, das den Bruder an der Rückkehr ins Kloster hindert. Gegen seinen Willen verbringt Benedikt so die Nacht im Gespräch mit seiner Schwester: sie trennen sich erst am nächsten Morgen – und drei Tage darauf stirbt Scholastika. Ihr gesamtes Leben, das dieser Episode vorausgegangen war, wird von Gregor in einer einzigen Zeile zusammengefasst: Scholastika war dem Herrn von Kindesbeinen an geweiht gewesen. Und nun wird sie als sanctimonialis femina (als »gottgeweihte Frau«) bezeichnet, eine Formulierung, die eine Jungfrau bezeichnet, ohne allerdings ausdrücklich von einem koinobitischen monastischen Leben zu sprechen: es kann sich dabei auch um eine gottgeweihte Jungfrau handeln, die in einem Dorf oder bei ihrer Familie lebt. Gleichwohl können die Anfänge von Scholastikas Berufung zurückverfolgt werden, indem man Benedikts Spuren folgt; wir können insofern die Hypothese aufstellen, dass der Einfluss, den seine entschiedene Aufgabe von Familie und Studium ausübte, so stark gewesen sein muss, dass sich auch für sie die Lebensform des monastischen koinobitischen Lebens abzeichnete, getreu der sie dann zuerst in Subiaco und dann in Montecassino lebte. Ihre Blutsbande münden hier also in eine noch endgültigere Bindung in der gemeinsamen Berufung, die sie in Christus eins werden lässt. [...]
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