 |
archivierte Ausgabe 47/2019
|
   |
        |
 |
|
|
Die Themen
des Osservatore Romano
|
Aus dem Vatikan
Ausgewählte Bildaufnahmen und ungekürzte Textabdrucke geben Ihnen einen unverfälschten und lebendigen Einblick in das Zentrum der Weltkirche.

Kirche in der Welt
Begleiten Sie den Heiligen Vater auf seinen Apostolischen Reisen oder zu Großereignissen wie Kirchen- oder Weltjugendtagen.

Dokumentation
Alle Enzykliken, Apostolischen Schreiben, Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters – bis ins Detail genau und ungekürzt in deutscher Sprache.

Kultur
Rom ist nicht nur Mittelpunkt der Weltkirche, sondern auch ein einzigartiges kunstgeschichtliches Zentrum.
|
 |
|
|
 |
|
|
Kirche in der Welt |
 |
Das Projekt der »Marega-Dokumente« und die Geschichte der Christenverfolgung in Japan |
Die Brücke der Kultur führt zum Frieden |
 |
Don Mario Marega SDB (1902-1978) war ein Kenner japanischer Kultur und Sprache, den auch die Japaner schätzen. In zahlreichen Zeitschriften und im eigenen Verlag der Salesianer in Japan (»Don Bosco Sha«) veröffentlichte er Artikel und Bücher über die Geschichte der Christen in Japan und in japanischer Sprache auch Werke über den christlichen Glauben. |
Von Msgr. Cesare Pasini, Präfekt der Vatikanischen Bibliothek
Das Symbol der Brücke beschreibt besonders ausdrucksstark das Projekt zu den »Marega-Dokumenten«, dem sich die Vatikanische Apostolische Bibliothek zusammen mit verschiedenen japanischen Einrichtungen widmet, dieser Brücke, die sich durch die Jahrhunderte spannt: von der Vergangenheit über die heutige Zeit bis in die Zukunft. Vor allem nähert diese Brücke in einer fruchtbaren und konstruktiven Zusammenarbeit Wirklichkeiten einander an, die im Laufe der Jahrhunderte Spannungen – auch heftige Auseinandersetzungen – erlebt haben.
Die Vergangenheit versetzt uns in das Ende des 16. Jahrhunderts, als in Japan die Zeit der Verfolgung der christlichen Religion begann, die sich bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinzog. Von dieser Zeit geben die »Marega-Dokumente« Zeugnis. Sie wurden in den 1930er-Jahren von dem Salesianerpater Mario Marega (1902-1978) gesammelt, der Missionar in Japan war. Die Dokumente belegen insbesondere die flächendeckende Kontrolle der Autoritäten in Usuki auf der südlich gelegenen Insel Kyushu.
1953 wurden sie an die Vatikanische Bibliothek gesandt, wo sie zunächst keine große Beachtung fanden, bis man die 21 Päckchen, in denen sie enthalten waren, im März 2011 »wiederentdeckte« und ihr kostbarer Inhalt untersucht wurde. Und bereits zwei Jahre später, im November 2013, wurde eine Zusammenarbeit zwischen der Vatikanischen Bibliothek und verschiedenen japanischen Einrichtungen, koordiniert von der »Inter-University Research Institute Corporation«, ins Leben gerufen, um eine Bestandsaufnahme dieser Dokumente zu machen, sie zu konservieren, zu digitalisieren, zu erforschen und zu katalogisieren.
Bevor ich mir die Frage nach den zukünftigen Bögen dieser Brücke stelle, möchte ich zunächst beim längsten Brückenbogen verweilen: bei den zweieinhalb Jahrhunderten, in denen das Christentum verfolgt wurde und die »verborgenen Christen« und ihre Nachfahren keine Gegenstände oder Dokumente besitzen durften, die explizit auf ihren Glauben hinwiesen. Das verhinderte jedoch nicht die Entstehung einer sorgfältigen und wirklich außergewöhnlichen mündlichen Überlieferung. Im Gegenteil: Es spornte sie sogar an.
Brief an die christlichen Gemeinden
Es verhinderte nicht einmal eine überraschende Ausnahme. Denn in der Vatikanischen Bibliothek (Borg. Cin. 520) wird ein auf Japanisch verfasster Brief aufbewahrt, den Pater Diego de San Francisco, der Obere der Franziskaner des Landes, an verschiedene christliche Gemeinden Japans gesandt hatte. Das Dokument mit explizit christlichem Inhalt trägt am Anfang einen deutlich sichtbaren Stempel mit einem Kreuz. Es blieb während der gesamten Zeit der »Verborgenheit«, von 1628 bis 1886, im Besitz einer Familie in Sendai, die vermutlich christlicher Abstammung war. Dann wurde es von Erzbischof Pierre-Marie Osouf (1829-1906), dem Apostolischen Vikar des nördlichen Japan, nach Rom geschickt. Die ununterbrochene Präsenz des Briefes auf japanischem Gebiet in diesen 260 Jahren bildet somit einen außerordentlich bedeutsamen und einzigartigen Bogen der Brücke, die die Jahrzehnte der christlichen Erstverkündigung in Japan mit den Zeiten verbindet, in denen die Missionare das Land wieder betreten durften. [...]
|
 |
Lesen Sie mehr in der Printausgabe. |
|
|
|
|
|
 |
Meditationen von Papst Franziskus bei den Frühmessen in Santa Marta 2013
|

Jetzt als eBook!
|
 |
|
Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.
|

mehr
Informationen
|
 |
|
Bücher & mehr |
|
|