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Kultur
Weniger bekannte römische Brunnen, die von der »Acqua Felice« gespeist werden

Harmonie aus Wasser und Stein

Harmonie aus Wasser und Stein
Brunnenbecken vor der Basilika Santa Maria Maggiore.
Wer von dem modernen Brunnen vor dem Innenministerium auf dem Viminal auf dem von Sixtus V. (Felice Peretti, 1585-1590) entworfenen Straßenzug durch die Via di Agostino Depretis und weiter über die Piazza dell’Esquilino und die Via Liberiana spaziert, erklimmt schließlich den Esquilin-Hügel, auf dessen Spitze die vierte Patriarchalbasilika, Santa Maria Maggiore, errichtet wurde. Bei der hohen Mariensäule davor lädt ein Brunnen Touristen und Pilger zur Rast ein.

Von Silvia Montanari

Der Rombesucher muss schon eine relativ gute Kondition haben, um die Steigung bis zum Vorplatz von Santa Maria Maggiore zu bewältigen. Hier wurde infolge des legendären Schneewunders zu Zeiten von Papst Liberius (352-366) die erste Basilika errichtet, die unter Papst Sixtus III. (432-40) der Jungfrau Maria geweiht wurde, in Erinnerung an das Konzil zu Ephesus 431 n. Chr., in dem die Muttergottes zur »Theotókos« (Gottesgebärerin) erklärt wurde.

Die Geschichte der Kirche und die Hintergründe wurden bereits in verschiedenen Artikeln erläutert. Was allerdings den meisten entgeht, ist der Brunnen bei der hohen Mariensäule. Auch diese wird von den meisten Führern beschrieben: Sie ist die letzte originale römische Säule aus der einst gewaltigen profanen Basilika des Maxentius oder Konstantin auf dem Forum Romanum (4. Jahrhundert) und misst an die 14 Meter. Die übrigen sieben Kolossalsäulen fielen den Kalkbrennern und dem Zahn der Zeit zum Opfer. Der Marmorkoloss wurde auf Wunsch von Paul V. (Camillo Borghese, 1605-1621) von Carlo Maderno 1615 aufgerichtet. Hoch oben blickt eine Bronzestatue der Gottesmutter mit dem Kind von Guillaume Berthélot und Orazio Censore auf die ihr gewidmete Basilika, den Platz und den Brunnen unter ihr.

Orte zum Verweilen

Gleichzeitig schuf Carlo Maderno auch den Brunnen bei dem Monolithen, der zur Kirche hin gerichtet ist. Er wird von einer in der Nähe verlaufenden Abzweigung der »Acqua Felice« gespeist. Das rechteckige Hauptbassin aus Travertin steht auf vier Stufen über dem Terrain erhöht.

Maderno hatte in der Mitte über einer hohen Balustrade mit Voluten ein rundes Becken entworfen, aus dem eine mehr oder weniger hohe Fontäne kam. Ferner standen in den halbkreisförmigen Teilen zwei große Stein-Drachen, die ebenfalls Wasser spien. Sie waren die Wappentiere der Familie Borghese, aus der Paul V. stammte. Leider gibt es das alles nicht mehr, weil der Brunnen im Laufe der Zeit bei mehreren Renovierungen und Straßenumbauten seine Drachen und die ursprüngliche elegante Balustrade verlor, sowie wahrscheinlich auch die abschließende Schale. Heute ist die Balustrade auf einem achteckigen Sockel viel kürzer und ganz einfach. Auch die Fontäne gibt es nicht mehr, sondern das Wasser quillt leise aus dem oberen Becken heraus und fällt durch Öffnungen darin – fast wie ein Sieb – herunter. An den Längsseiten gibt es kleine von Grotesken-Masken gestützte Rundbecken, hinter denen ein senkrechter Aufbau wie eine niedrige Wand mit dem sehr verwitterten Relief des Borghese-Adlers aufstrebt. Wohl aus seinem Schnabel (der Zahn der Zeit hat sehr genagt) strömt ein dünner Strahl.

So sollte hier alles an Paul V. erinnern, der nicht nur in der Basilika eine prächtige, nach ihm benannte Kapelle (mit seinem Grabmal) errichtete, an deren Hauptaltar die Ikone »Salus Populi Romani« angebracht ist, sondern auch die Mariensäule aufstellen ließ und den Brunnen in Auftrag gab.

Dieser einst sehr schöne und eindrucksvolle Brunnen, der im Laufe der Zeit leider gelitten hat und zu seinem Nachteil verändert wurde, ist heute ein beliebter Rastplatz für müde Touristen und Rompilger. Auf den Stufen sitzend, schöpfen sie im Angesicht der wunderbaren Fassade und des Schneewundermosaiks in der Loggia von Santa Maria Maggiore wieder Kraft für den Weitermarsch nach St. Johann im Lateran, wo sich – angelehnt an den Obelisken – ein weiterer kleiner aber feiner Brunnen befindet, der ebenfalls von der »Acqua Felice« des »Papa Tosto«, Sixtus V., gespeist wird. Der fast noch im Originalzustand befindliche Brunnen wurde nicht so stark verändert wie der bei Santa Maria Maggiore. [...]
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