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Elagabal

Oberpriester des syrischen Sonnengottes
Elagabal
Mit dem Tod des Kaisers endete auch der von ihm eingeführte Kult des syrischen Sonnengottes. Die Grundmauern des für den »heiligen Stein« errichteten Tempels sind heute mit Gras bewachsen (im Hintergrund die Kirche San Sebastiano al Palatino).
Von Claudia Kock

Der Geburtsname Elagabals lautete Varius Avitus Bassianus. Als Kaiser nannte er sich Marcus Aurelius Antoninus, denn Julia Maesa gab ihn als unehelichen Sohn des ermordeten Kaisers Caracalla aus, um ihn anstelle von Macrinus als Herrscher zu legitimieren und wieder an die Dynastie der Severer anzuknüpfen.

Auch wenn dies nicht der Wahrheit entsprach – Elagabals Vater war ein syrischer Ritter und Statthalter der Provinz Numidien –, so wurde er dennoch in Rom geboren und wuchs als Großneffe des Septimius Severus am Kaiserhof auf. Nach der Ermordung von Caracalla im April 217 verbannte Macrinus den 13-jährigen Elagabal zusammen mit seiner Mutter und seiner Großmutter Julia Maesa in deren syrischen Heimatort Emesa – das heutige Homs –, wo die Familie großes Ansehen besaß, da sie seit Generationen die Priesterschaft des Sonnengottes Elagabal, der höchsten Gottheit der Region, stellte.

Zentrum des Elagabal-Kultes war ein bienenkorbförmiger schwarzer Stein, vielleicht ein Meteorit, der in einem prunkvollen Tempel aufbewahrt wurde, mit zahlreichen Votivgaben aus dem gesamten Mittelmeerraum. Ähnlich wie die Gottheit von Delphi wurde er als Orakel aufgesucht und mit Spielen geehrt. In Emesa angekommen, wurde der Enkel der Julia Maesa trotz seines jugendlichen Alters zum Oberpriester des Kultes geweiht, da er der älteste direkte männliche Nachfahre des letzten Oberpriesters war. Zeit seines Lebens identifizierte er sich mit dieser Weihe – so sehr, dass der Name der Gottheit von der Nachwelt auf ihn selbst übertragen wurde.

Die hohe religiöse Weihe und das von Julia Maesa gestreute Gerücht, ihr Enkel sei der leibliche Sohn des ermordeten Caracalla, veranlassten die syrischen Truppen schließlich, ihn mit nur 14 Jahren gegen Macrinus, der kurz darauf in der Schlacht den Tod fand, zum Kaiser zu akklamieren. »So erlebte die Welt die Groteske«, schreibt der Historiker Alfred Heuß, »dass der römische Kaiser in Rom mit einem Fetisch einzog und seine Kaiserwürde in der Durchführung seines exotischen Priesteramtes mit all seiner orientalischen Fremdartigkeit bewährte« (Römische Geschichte, Braunschweig 4.1976, S. 260). Der »Fetisch« ist der schwarze Stein, den der jugendliche Kaiser von Emesa nach Rom mitnahm, wo er auf dem Palatin einen eigenen Tempel erhielt. Ruinen dieses sogenannten »Elagabaliums« sind heute noch vor der Kirche »San Sebastiano al Palatino« sichtbar, auf einer künstlichen Terrasse, die seit dem 17. Jahrhundert den Namen »Vigna Barberini« trägt, da die Familie Papst Urbans VIII. hier Wein anbaute. Ein weiterer, kleinerer Elagabal-Tempel entstand außerhalb des antiken Stadtkerns, wo sich heute die Kirche »Santa Croce in Gerusalemme« erhebt.

Gegen Ende des Jahres 220 erhob der Kaiser »seine« Gottheit Elagabal anstelle von Jupiter zum obersten Gott des Reiches und »vermählte« ihn in einer feierlichen Zeremonie mit der karthagischen Himmelsgöttin »Dea Caelestis«. Die römischen Senatoren standen diesen religiösen Neuerungen durch den jungen Kaiser, der keinerlei Verständnis für die römischen Gebräuche und die Aufgaben seines eigenen Amtes zeigte, fassungslos gegenüber. Das Fass zum Überlaufen brachte schließlich die Hochzeit des Kaisers mit der Vestalin Aquilia Severa, die von Elagabal ebenfalls als religiöser Akt verstanden wurde, was der Senator Cassius Dio empört kommentierte: »Er besaß die Frechheit zu sagen: Ich tat es, damit gottgleiche Kinder aus mir, dem Oberpriester, und ihr, der Oberpriesterin, hervorgehen. So brüstete er sich mit einem Akt, für den er es verdient hätte, im Forum gegeißelt, ins Gefängnis geworfen und mit dem Tode bestraft zu werden« (Römische Geschichte 30,9). [...]
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