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archivierte Ausgabe 3/2018
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Die Themen
des Osservatore Romano
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Aus dem Vatikan
Ausgewählte Bildaufnahmen und ungekürzte Textabdrucke geben Ihnen einen unverfälschten und lebendigen Einblick in das Zentrum der Weltkirche.

Kirche in der Welt
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Kultur
Rom ist nicht nur Mittelpunkt der Weltkirche, sondern auch ein einzigartiges kunstgeschichtliches Zentrum.
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Kultur |
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Spaziergänge durch Rom – Das Ghetto (Teil 2) |
Leben hinter dicken Mauern |
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Historisches Foto des römischen Ghettos, das seinerzeit direkt ans Tiberufer angrenzte. |
Das römische Ghetto gehörte zu den frühesten in Europa. Vierzig Jahre nach jenem in Venedig entstanden, welches das Älteste ist, wurde es 1555 von Papst Paul IV. mit der Bulle »Cum nimis absurdum« eingerichtet.
Von Silvia Montanari
Der Name »Ghetto« geht auf das venezianische Viertel »Geto« zurück. Demnach existierte da eine Gießerei, eben ein »ghèto« (so im venezianischen Stadtdialekt). »Gettare« heißt auf Italienisch nicht nur »wegwerfen«, sondern auch »etwas in Form gießen«. Einer anderen Theorie zufolge soll das Wort dem Hebräischen »ghet« entstammen, was soviel wie Trennung bedeutet.
Mitte Juli 1555 widerrief Paul IV. (Gian Pietro Carafa, 1555-59) mit seiner Bulle »Cum nimis absurdum« alle den Juden im Laufe der Zeit gewährten Rechte und befahl ein Ghetto einzurichten, in dem sie zu wohnen hatten. Es handelte sich um das Areal südlich der Via del Portico d’Ottavia und erstreckte sich bis zum Tiberufer hin (die hohen Tiberdämme gab es damals noch nicht). Die für ihren ätzenden Spott berühmten Römer nannten es »Serraglio degli ebrei« (Gefängnis bzw. Käfig der Juden oder – feiner ausgedrückt – umgrenzter Wohnbereich der Juden). Alle Juden mussten hier ansässig sein. Auch die, welche in der Umgebung Roms und im restlichen Kirchenstaat lebten, waren dazu verpflichtet, hierher zu übersiedeln. Ferner durften die Juden keine Immobilien mehr besitzen. Hatten sie vorher anderswo gelebt, waren sie nun gehalten, ihren Besitz zu verkaufen und hierher zu ziehen, ob sie wollten oder nicht. Ja, selbst wenn sie Häuser im Ghetto besaßen, waren sie nunmehr gezwungen, diese zu veräußern. Daher mussten sie ihr Domizil bei Nicht-Juden mieten.
Natürlich kam es infolgedessen zu willkürlichen Zinserhöhungen, bis die Situation unter Papst Pius IV. 1561 durch das Jus Gazzagà (ein halb lateinischer und halb hebräischer Ausdruck, von »chazakah«: Besitz) geregelt wurde. Es besagte, dass ein vereinbarter Mietzins auf immer (!) festgeschrieben sei und in einer Familie vererbt werden könne. So wohnten in einigen Appartements ganze Generationen von Familien, wobei die Miete mit der Zeit lächerlich niedrig wurde. Ferner waren die Juden angehalten, ein gelbes Zeichen an der Kleidung zu tragen, damit man sie gleich als solche erkennen konnte. Frauen mussten sich farbige Streifen an den Schal nähen.
Schikanen und Strafen
Sallustio Peruzzi, Architekt des Papstes und Sohn des berühmten Baldassarre Peruzzi, entwarf den Verlauf der Mauer um das Ghetto, wo bereits zahlreiche Juden ansässig waren. Sie begann beim Ponte Fabrizio, wobei die »Pescheria« (der einzige Fischmarkt Roms) ausgespart wurde, ging in Richtung des Portikus der Octavia weiter und bog hier in Richtung der Piazza Giudea ab. Dieser Platz wurde durch die Mauer zweigeteilt. Die Mauer schwenkte hier ab, vorbei am Monte Cenci (dem Sitz der Adelsfamilie Cenci), und endete am Tiber, wo die Häuser, die direkt am Ufer standen, selbst eine Art von Mauer bildeten. Das gesamte Areal maß etwa drei Hektar, auf dem sich zunächst eine Bevölkerung von circa 3000 Personen zusammendrängte, die jedoch ständig wuchs. Daher wurde das Ghetto einige Male geringfügig ausgedehnt, was jedoch wenig nutzte. In der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts lebten hier um die 9000 Einwohner, so dass das Viertel die größte Bevölkerungsdichte der Ewigen Stadt aufwies. [...]
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Meditationen von Papst Franziskus bei den Frühmessen in Santa Marta 2013
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