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archivierte Ausgabe 25/2016
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Die Themen
des Osservatore Romano
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Aus dem Vatikan
Ausgewählte Bildaufnahmen und ungekürzte Textabdrucke geben Ihnen einen unverfälschten und lebendigen Einblick in das Zentrum der Weltkirche.

Kirche in der Welt
Begleiten Sie den Heiligen Vater auf seinen Apostolischen Reisen oder zu Großereignissen wie Kirchen- oder Weltjugendtagen.

Dokumentation
Alle Enzykliken, Apostolischen Schreiben, Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters – bis ins Detail genau und ungekürzt in deutscher Sprache.

Kultur
Rom ist nicht nur Mittelpunkt der Weltkirche, sondern auch ein einzigartiges kunstgeschichtliches Zentrum.
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Kultur |
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Einblicke in das Imperium Romanum – Die römischen Kaiser von Augustus bis zu Konstantin dem Großen (Teil 30) |
Gallienus (260-268) – Friede für die Kirche |
Von Claudia Kock
Wer mit der Bahn nach Rom reist, erreicht die Ewige Stadt über die »Stazione Termini«, den großen Kopfbahnhof im östlichen Teil des Esquilins. Kurz vor der Einfahrt passiert der Zug die Ruine eines zehneckigen Kuppelbaus, der volkstümlich als »Tempel der Minerva Medica« bezeichnet wird. In Wirklichkeit handelt es sich um ein Nymphäum, das im vierten Jahrhundert in den »Horti Liciniani«, den »Gärten der Licinier«, errichtet wurde, dem einstigen Familiensitz des Kaisers Gallienus.
Dieser war der Historia Augusta zufolge über die Gefangennahme seines Vaters Valerian durch die Sassaniden im Jahr 260 nicht sonderlich traurig, sondern eher erleichtert, da er endlich die Alleinherrschaft übernehmen konnte: »Während viele ihren Schmerz über die Gefangennahme des Vaters zum Ausdruck brachten, zeigte er [Gallienus] sich ausgesprochen erfreut, indem er vorgab, es als Ehre zu betrachten, dass sein Vater der eigenen Tapferkeit zum Opfer gefallen sei. In Wirklichkeit wussten jedoch alle, dass er die strenge Kontrolle durch seinen Vater nie ertragen und sich immer gewünscht hatte, nicht länger der väterlichen Autorität unterworfen zu sein« (Gallienus 3.8-9).
Unvollendete Kolossalstatue
Um die eigene Bedeutung öffentlich hervorzuheben, gab Gallienus noch im selben Jahr den Auftrag, in den »Horti Liciniani« eine Kolossalstatue von sich zu errichten, die jedes bis dahin bekannte Maß sprengen sollte. »Er gab eine Statue von sich selbst als Sonnengott in Auftrag, die größer sein sollte als der Koloss [des Nero]«, heißt es in der Historia Augusta. »Ja, sie wurde sogar in einem Maßstab angelegt, nach dem sie doppelt so groß werden würde wie der Koloss. Sie sollte ganz oben auf dem Esquilin stehen, mit einem Speer in der Hand, an dessen Schaft Kinder hinaufklettern könnten.« Als Gallienus acht Jahre später starb, war die Monumentalstatue immer noch im Bau. Seine Nachfolger ließen sie nicht fertigstellen, sondern wieder zerstören, da sie »den Plan für töricht hielten, besonders da er auch noch einen Wagen mit Pferdegespann in Auftrag gegeben hatte, der maßstabsgerecht zur Statue errichtet werden sollte. Dazu sollte das Ganze auch noch auf einem sehr hohen Sockel stehen« (ebd., 17,8). Die Überreste dieses Mammutwerks liegen heute unter den Wohnblocks des »Nuovo Quartiere Esquilino« begraben, das nach der Wiedervereinigung Italiens im Jahre 1870 hier errichtet wurde.
An Kaiser Gallienus erinnert im römischen Stadtbild nur noch ein sehr viel bescheideneres Monument: der unweit der Basilika »Santa Maria Maggiore« gelegene Gallienus-Bogen, durch den der mittelalterliche Prozessionsweg zur Lateranbasilika führte. Es handelt sich eigentlich um ein uraltes Stadttor, die »Porta Esquilina«, in der bereits in der Königszeit errichteten Servianischen Stadtmauer. Durch die Erweiterung des Stadtkerns hatte das Tor seinen ursprünglichen Zweck verloren und war verfallen, wurde jedoch unter Kaiser Augustus restauriert, der hier einen großen Fleischmarkt errichten ließ: das »macellum Liviae«. Im Jahr 262 wurde die aus wuchtigen Travertinblöcken errichtete »Porta Esquilina« als Ehrenbogen dem Kaiser Gallienus geweiht, wie die noch erhaltene Widmungsinschrift besagt. [...]
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