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archivierte Ausgabe 38/2014
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Die Themen
des Osservatore Romano
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Aus dem Vatikan
Ausgewählte Bildaufnahmen und ungekürzte Textabdrucke geben Ihnen einen unverfälschten und lebendigen Einblick in das Zentrum der Weltkirche.

Kirche in der Welt
Begleiten Sie den Heiligen Vater auf seinen Apostolischen Reisen oder zu Großereignissen wie Kirchen- oder Weltjugendtagen.

Dokumentation
Alle Enzykliken, Apostolischen Schreiben, Predigten und Ansprachen des Heiligen Vaters – bis ins Detail genau und ungekürzt in deutscher Sprache.

Kultur
Rom ist nicht nur Mittelpunkt der Weltkirche, sondern auch ein einzigartiges kunstgeschichtliches Zentrum.
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Aus dem Vatikan |
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Generalaudienz auf dem Petersplatz am 10. September |
Der Weg der Barmherzigkeit ist der Weg des Lebens |
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Jeden Mittwoch entstehen bei der Generalaudienz einzigartige Bilder, die die Nähe des Papstes zu den Menschen aller Altersstufen bezeugen. |
Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag!
In unserer Katechesereihe über die Kirche verweilen wir derzeit bei der Betrachtung über die Kirche als Mutter. Beim letzten Mal haben wir hervorgehoben, dass die Kirche uns wachsen lässt, uns durch das Licht und die Kraft des Wortes Gottes den Weg des Heils aufzeigt und uns vor dem Bösen schützt. Heute möchte ich einen besonderen Aspekt dieser Erziehungstätigkeit unserer Mutter Kirche hervorheben: Sie lehrt uns die Werke der Barmherzigkeit.
Ein guter Erzieher zielt auf das Wesentliche. Er verliert sich nicht in Einzelheiten, sondern will das weitergeben, was wirklich zählt, damit sein Kind oder sein Schüler den Sinn und die Freude des Lebens findet. Das ist die Wahrheit. Und dem Evangelium zufolge ist das Wesentliche die Barmherzigkeit. Das Wesentliche des Evangeliums ist die Barmherzigkeit. Gott hat seinen Sohn gesandt, Gott ist Mensch geworden, um uns zu retten, also um uns seine Barmherzigkeit zu schenken. Das sagt Jesus ganz deutlich, wenn er seine Lehre für die Jünger zusammenfasst: »Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist« (Lk 6,36). Kann es einen Christen geben, der nicht barmherzig ist? Nein. Der Christ muss unbedingt barmherzig sein, denn das ist das Herz des Evangeliums. Und dieser Lehre getreu muss die Kirche ihren Kindern immer wieder sagen: »Seid barmherzig«, wie der Vater es ist, wie Jesus es war. Barmherzigkeit.
Die Kirche verhält sich dann wie Jesus. Sie gibt keine theoretische Unterweisung über die Liebe, über die Barmherzigkeit. Sie verbreitet in der Welt keine Philosophie, keinen Weg der Weisheit… Gewiss, das Christentum ist auch all das, aber als Folge, als Rückwirkung. Die Mutter Kirche lehrt uns wie Jesus durch das Beispiel, und die Worte dienen dazu, die Bedeutung ihrer Gesten zu erhellen.
Die Mutter Kirche lehrt uns, den Hungernden und Dürstenden zu essen und zu trinken zu geben, die Nackten zu bekleiden. Und wie tut sie es? Sie tut es durch das Beispiel vieler heiliger Männer und Frauen, die es auf vorbildliche Weise getan haben; aber sie tut es auch durch das Beispiel sehr vieler Väter und Mütter, die ihre Kinder lehren, dass das, was wir übrig haben, für jene bestimmt ist, denen das Notwendigste fehlt. Es ist wichtig, das zu wissen. In den einfachen christlichen Familien war die Regel der Gastfreundschaft stets heilig: Es fehlt nie ein Teller oder ein Bett für den, der es braucht. Einmal erzählte mir eine Mutter – in der anderen Diözese –, dass sie ihre Kinder dies lehren wollte und sie aufforderte, zu helfen und den Hungernden zu essen zu geben. Sie hatte drei Kinder. Und eines Tages beim Mittagessen – der Vater war draußen bei der Arbeit, sie war allein mit ihren drei kleinen Kindern von etwa sieben, fünf und vier Jahren – klopfte es an der Tür: Dort stand ein Herr, der um etwas zu essen bat. Und die Mutter sagte zu ihm: »Warte einen Augenblick.« Sie ging wieder hinein und sagte zu den Kindern: »Da ist ein Herr, der um etwas zu essen bittet. Was sollen wir tun?« »Geben wir ihm etwas, Mama, geben wir ihm etwas!« Jeder hatte auf dem Teller ein Steak mit Pommes frites. »Sehr gut«, sagt die Mutter, »wir nehmen die Hälfte von einem jeden von euch und geben ihm die Hälfte von euren Steaks.« »Ach nein, Mama, so nicht, das ist nicht gut!« »Doch, so ist es, du musst von dem geben, was deins ist.« So hat diese Mutter ihre Kinder gelehrt, von ihrem eigenen Essen etwas abzugeben. Das ist ein schönes Beispiel, das mir sehr geholfen hat. »Aber ich habe nichts übrig …« »Gib von dem, was dir gehört!« So lehrt uns die Mutter Kirche. Und ihr, die vielen Mütter, die ihr hier seid, wisst, was ihr tun müsst, um eure Kinder zu lehren, ihre Sachen mit den Bedürftigen zu teilen. [...]
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Meditationen von Papst Franziskus bei den Frühmessen in Santa Marta 2013
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